25.11.2009
Am Samstag flog Paralympicsieger Thomas Geierspichler in das indische Bangalore, wo morgen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften beginnen. Das Programm startet mit dem 5.000m Finale und am Freitag folgt das Rennen über die 800m.
"Vorgesehen war am Donnerstag der Vorlauf über die 800m. Aber das Programm hat sich zuletzt ständig geändert, jetzt beginnen wir mit dem 5.000m-Rennen. Gestern hab ich noch eineinhalb Stunden auf der Tartanbahn trainiert. Die Bedingungen hier sind alles andere als einfach. Gehsteige gibt es keine und auf den überfüllten Straßen ist an ein Training nicht zu denken", sagt der Salzburger.
Für Thomas Geierspichler stehen bei den Titelkämpfen nicht Medaillen im Vordergrund, sondern "die Spiele hier sind für mich ein wichtiger Gradmesser, wo ich stehe. Die Bahn in Bangalore ist für die Qualifikation der im Jänner 2011 in Neuseeland stattfindenden WM viel zu langsam und Medaillen sind deshalb außer Reichweite, weil sämtliche Klassen zusammengelegt wurden. Ich fahre mein 5.000m-Rennen morgen mit Athleten, die über diese Distanz teilweise zwei Minuten schneller sind. Nicht, weil ich so langsam bin, sondern weil sie einen geringeren Grad der Beeinträchtigung haben." Positiv stimmt Thomas, dass bei der WM 2011 die Klassen wieder getrennt sind: "In Indien haben sie alles zusammengeworfen. Das ändert sich zum Glück wieder in Neuseeland. Bei den Rennen in den nächsten Tagen komme ich mir vor, wie wenn eine Marathonläuferin bei Titelkämpfen gegen Haile Gebreselassi antreten würde. Trotzdem werde ich alles geben."
"Die Leute sind super freundlich"
Begeistert zeigt sich Thomas von den offenen und freundlichen Menschen in Indien: "Die Leute sind total höflich und fahren total auf meine Frisur und den orangen Rennrollstuhl ab. Nur manchmal wird's mir schon zu viel, weil man ständig angegriffen wird." Und in der indischen Medienlandschaft spielen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften keine untergeordnete Rolle: "Es wird sehr viel über dieses Event geschrieben und ich habe schon für die größten indischen Zeitungen Interviews gegeben. Meine Geschichte scheint ihnen zu gefallen ..."