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Marathonmann wird Sprinter

19.01.2011
Kritik. Vor der Weltmeisterschaft in Neuseeland hadert Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler mit der Streichung aller Langdistanzen.


Michael Unverdorben Salzburg (SN). Seit Anfang Jänner weilt Thomas Geierspichler nun in Neuseeland. Der Salzburger Behindertensportler bereitet sich dort unter besten klimatischen Bedingungen auf die IPC-Leichtathletik-WM vor. Am Samstag fällt in Christchurch der Startschuss zu seinem persönlichen Saisonhöhepunkt, allerdings startet der Paralympicssieger nur über 200, 400 und 800 Meter.

Die Langdistanzen wurden ersatzlos gestrichen. Unter den Athleten rumort es vor der Weltmeisterschaft deshalb gewaltig. Einen offensichtlichen Grund für die Streichung des Marathons und die Bewerbe über 1500 und 5000 Meter gibt es nicht. „Das ist nicht ganz verständlich für uns, wir müssen das aber hinnehmen“, berichtet Geierspichler aus Neuseeland und übt lautstark Kritik. „Für mich lautet die Frage, ob die Streichung dieser attraktiven Bewerbe nicht auf Kosten der Sportler und generell Menschen mit Behinderung gehen, die Sport auf Leistungsniveau ausüben wollen.“ Doch den Athleten selbst schenkt man vor den Titelkämpfen kaum Gehör. „Ich würde mir wünschen, dass die Verbände mehr Rücksicht auf die Sportler nähmen. Aber wahrscheinlich geht es auch im Behindertensport nur noch ums Geldmachen“, sagt Geierspichler.

Die 1500- und 5000-Meter-Rennen sind zwar noch im WM-Programm, jedoch ohne Medaillenstatus. „Der Marathon war für diese WM leider gar nicht ausgeschrieben. Vermutlich kann schon jetzt gesagt werden, dass es diese drei Bewerbe bei den Paralympics 2012 nicht geben wird“, erklärt Sepp Loisinger, der Generalsekretär des Österreichischen Behindersportverbands.

Die Erwartungen bei Marathonmann Thomas Geierspichler sind durch die Streichung seiner Paradestrecken gedämpft, aber „vielleicht ergibt sich hier ja die eine oder andere Überraschung. Außerdem halte ich mich an mein Lebensmotto, das ja heißt: Alles ist möglich, dem der glaubt“.WM-Programm: Samstag, 22. Jänner: 200 m Vorlauf; Sonntag, 23. Jänner: 200 m Finale; 26. Jänner: 400 m Vorlauf; 27. Jänner: 400 m Finale; 28. Jänner: 800 m Finale

 


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